Habari? Jetzt hab ich endlich auch die andere Seite des Lebens hier in Afrika kennen gelernt. Würde es zwar besser finden, wenn ich auf diese Erfahrungen hätte verzichten können, aber ich denk das gehört hier auch einfach zum Alltag dazu: Nachdem ich ne Nacht mehr oder weniger auf dem Klo verbracht hab und nie wusste aus welcher Körperöffnung diesmal mein Mageninhalt Bock hat zu entweichen, hab ich mich ins Krankenhaus geschleppt. Ich weiß zwar nicht wie ich Malaria und Typhus (auch noch gleichzeitig) bekommen konnte, weil wir hier echt vorsichtig sind und nur Wasser aus Flaschen trinken, das Kochwasser abkochen und unterm Netz schlafen, but „this is Africa…“ . Auch Krankenhaus läuft hier ein bisschen anders ab: Der Weiße wird natürlich vorgelassen und muss nicht wie alle andern 3 Stunden warten, er bekommt dann erstmal nach afrikanischer Art ein paar Spritzen und irgendwelche Medikamente, bevor man überhaupt die Möglichkeit hat zu sagen, was einem überhaupt fehlt, danach bekommt er ein Privatzimmer und unzählige Krankenschwestern (manchmal 15 gleichzeitig) besuchen ihn rund um die Uhr. Medikamente sind der Hit! Bin mittlerweile wieder topfit und konnte / musste das Krankenhaus (natürlich erst nachdem ich meine Email-Adresse den Krankenschwestern gegeben hatte) nach 3 Tagen verlassen, weil ich aufs Polizeirevier musste. Irgendwelche Assis sind in der Nacht durchs Fenster, nachdem sie die Eisengitter davor rausgerissen haben, in unser Haus eingebrochen und haben uns ziemlich übel ausgeraubt. Ich hatte zum Glück meine Wertsachen und Papiere im Krankenhaus dabei, aber Kamera (mal wieder) und noch paar Dinge sind weg. Meine Genossen hats heftiger erwischt: Ipod, Kamera, Pässe, Führerschein, n kompletter Koffer mit Klamotten, Schuhe, Geschenke für Verwandte und noch viel mehr. Ziemlich beschissen ist, dass einer von den Zivis hier eigentlich schon nach Deutschland geflogen wäre, er aber ohne Pass nicht ausm Land kommt. Die Penner haben sogar unsere Moskitonetze, Rasierschaum, Bettbezüge, Teppiche, Handtücher, Vokabelhefte, ne dreckige Pfanne, Reis und Spaghettis geklaut. Hatten diese Woche eigentlich vor uns um nen Security-Typ kümmern, war aber wohl zu spät. Die Sich-Zuhause-Fühlen-Atmosphäre ist jetzt halt wieder im Arsch und wir haben by the way mal wieder kein Wasser. Aber es kann nur besser werden und zum Glück ist niemandem etwas richtig Schlimmes passiert. Also macht´s gut!
Donnerstag, 24. September 2009
Dienstag, 22. September 2009
Welcome to the neighbourhood........week 3
Africa´s damn expensive!! Bilanz nach 3 Wochen in einem Entwicklungsland: Frieder (also mein Arbeitskollege, Mitbewohner und Lebensabschnittgefährte) und ich haben jeweils schon umgerechnet 500 Euro ausgegeben! Naja, ich denk aber die Investitionen haben sich gelohnt und das richtige Leben hier (dank fließend Wasser, Strom, Licht, Fahrrad und nem selbstgebauten Schrank) kann endlich beginnen.
Wir haben jetzt sogar schon sowas wie nen geregelten Tagesablauf und alles ist nicht mehr so chaotisch wie noch am Anfang. Morgens und mittags sind wir meistens im Kinderheim und gehen danach einkaufen, kochen, irgendwo essen, Scrubs oder irgendwelche Filme schauen, die man hier im 30er-Pack für 2 Euro bekommt, ins Internetcafé, Bungoma erkunden, Suaheli-Unterricht nehmen oder uns mit Bekannten im berüchtigten „Rangers“ zum Pool spielen oder Bierchen gönnen treffen. Wenn wir frei haben, versuchen wir möglichst viel vom Land zu sehn und fahrn auch schon mal 3 Stunden zum kleinsten Nationalpark Afrikas, um dort festzustellen, dass die ultraseltenen Tiere, die es dort gibt, nur nachts rauskommen und man deshalb nur Kühe, die irgendwelche genetische Fehler besitzen, zu sehen bekommt (z.B. ein Bulle mit 4 Hörner und 3 Augen…).
Die Arbeit im Kinderheim ist ziemlich abwechslungsreich, wobei es meistens echt nicht viel zu tun gibt. Im Heim sind so 30 hauptsächlich Waisen- oder ausgesetzte Kinder- man weiß nicht so genau wie viele es sind, weil eigentlich immer irgendwelche Nachbarskinder und Kinder, die in die zugehörige Schule gehen, bei uns abhängen). Wir müssen eigentlich alles erledigen was gerade anfällt, z.B. Mehlmahlen gehen, Getreidekammer putzen, Mäusetöten (ich hab gestern ne selbst gebastelte Mausefalle aus Plastikbechern und Batterieflüßigkeit aufgestellt…) Türen reparieren, Bilder für die Schule malen, auf der Farm, die zum Heim gehört, mithelfen. Unsere Hauptaufgaben bestehen aber aus mit den Kindern spielen, was verdammt Spaß macht, sie ins Krankenhaus bringen und jeden Tag Mais, Reis, Bohnen, Mehl, Zucker, Salz, Waschpulver, Seife, Tee……. ausgeben, um uns dann von den Hausmüttern anhörn zu müssen, dass irgendwas fehlt, obwohl wir das noch nie ausgeben mussten.
Das wars für heute, alles zu erzählen geht sowieso nicht. Ruft doch einfach mal an, während wir uns hier mit unsrer ersten Auslandskrankheit rumärgern: Flöhe – Ich hasse diese kleinen dreckigen Bastarde!!!
Samstag, 12. September 2009
„Musungu, Musungu!!!“.............................week 2
Heute kam ich von der Arbeit zurück und ihr glaubt nicht was wir tolles festgestellt haben: Wir haben plötzlich fließend Wasser!!! Hab natürlich sofort meine erste richtige Dusche (schön romantisch bei Kerzenlicht, weil der Strom noch nicht überall funktioniert…) nach circa 2 Wochen genommen. Absolut erlösendes Gefühl!!! Naja, nach 2 Minuten komplett einshampooniert (jaja wie im Film…) kackt natürlich das Wasser ab und sitzen jetzt wieder auf dem Trockenen. Aber „This is Africa!“ – Auch ein Satz den ich am Tag circa 10x höre. Weil hier läuft echt einiges einfach anders ab. Der Weltbankkerl kommt 1,5 Stunden zu spät; der Klempner kommt 4 Tage zu spät und macht dann nichts (Ausrede: „Ihr habt ja kein Wasser im Haus, da kann ich nichts machen“ Achwas, wieso haben wir dich wohl gerufen!!); man fährt zu 25igst in nem Matatu (Minibus für ca 9 Leute) irgendwo zwischen Uganda und Bungoma und dann platzt der Reifen, der Wagenheber passt aber nicht zum Auto, deshalb werden Steine, Holz und andere Reifen als Wagenheber benutzt, was natürlich nicht funktioniert; am nächsten Tag platzt wieder n Reifen von dem Jeep, in dem ich mitfahr;heute fliegt die Schiebetür von meinem Matatu davon…“This is Africa!“
Also Leute ich bin dann mal wieder raus; bin k.o. von der Woche und will pennen, denn Morgen hab ich frei genommen und will früh raus- die Nachbarstadt besuchen.
Ich hoff euch geht’s allen gut! Tutaonana!
P.S.: Das nächste Mal erzähl ich von meiner Arbeit, den hammersüßen Kindern und von den 9 Mäusen, die ich in den letzten 3 Tagen getötet hab…
Mittwoch, 2. September 2009
JAMBO!.....................................................week 1
Also los gehts: Bin jetzt 7 Tage hier in Kenia und absolut alles hier ist beeindruckend. Der Verkehr ist das reinste Chaos (Leute klettern in fahrende Autos, man wird von Matatus (aufgepimpte, komplett ueberladene Kleinbusse), die auf dem Gehweg fahren, ueberholt.
Man wird staendig gegruesst und jeder will mit dir reden, ist gastfreundlich und hilfsbereit. Ausser der Inder, der uns nach 5 Stunden hier in Bungoma aus unsrer Wohnung rausgeworfen hat... Naja haben mir dann mit meinen 2 Kollegen innerhalb von ner halben Stunde ein neues Haus gemietet und sind mit Hilfe von ein paar Einheimischen dann direkt umgezogen. Die letzten hab ich aber noch in ner Bar uebernachet, die auch mehr oder weniger als Puff benutzt wird, weil unser Haus erst noch gestrichen werden musste. Freu mich endlich auf die eigene Wohnung, da ich bisher jede Nacht irgendwo anders uebernachtet hab (wenn ich ueberhaupt geschlafen hab).
Aus dem Koffer heraus leben ist nicht wirklich das Wahre und 3 Tage und Naechte komplett die selben Kleider ohne Moeglichkeit sich zu waschen auch nicht. Der Uringehalt der Luft in meinem Zimmer betraegt ca.90%, da es kein Wasser fuer Spuelung gibt. Hab jetzt schon schaetzen gelernt was man an nem funktionierenden, deutschen Klo hat- hab in den 7 Tagen bisher noch kein Klo ( wenn man n Loch im Boden, aus dem Kakerlaken sprudeln, ueberhaupt Klo nennen darf) gesehn, dem man sich unter normalen Umstaenden mehr als 1 Meter naehern wuerde.
Ich hab schon vielzuviel erlebt und gelernt in den letzten Tagen, als dass ich alles aufschreiben koennte aber ich kann schon soviel sagen: nichts geht ueber gegrillte Ziege!
Sawa, viele Gruesse aus Bungoma wo es bisher immer spannend, abwechslungsreich und cool war. Bis zum naechsten Post
P.S.: heute fahr ich nach Uganda in ne Bauchtanzbar- keine Ahnung was mich dort erwartet...