Samstag, 12. September 2009

„Musungu, Musungu!!!“.............................week 2

„Europäer, Europäer“! Das hör ich hier circa 1000x pro Tag. Naja jetzt weiß ich wenigstens wie sich ein Star fühlt. Besonders krass ist es in den Außenbezirken Bungomas, wo manche Kinder vielleicht noch nie jemand Weißes gesehen haben. So ist es uns beispielsweise diese Woche passiert, dass wir jemand, der Connections zur Weltbank hat, etwas außerhalb der Stadt besuchten und wir an einer Schule vorbeifuhren, wo plötzlich circa 50 Kinder gleichzeitig „Musungu!“ und „How are you?“ gebrüllt haben und uns hinterher gerannt sind. Es ist eigentlich ein recht cooles Gefühl komplett im Mittelpunkt zu stehen und von allen angesprochen und gegrüßt zu werden. Gar kein gutes Gefühl ist es im Gegensatz dazu, wenn dir ein Straßenkind mit aufgehaltener Hand 5 Minuten nicht von der Seite weicht und dich ununterbrochen bettelnd anstarrt, du aber weißt, dass dem Kind Geld zu geben nicht die Lösung sein kann. Mittlerweile gelingt es uns aber oft mit den wenigen Worten Suaheli (hatte gestern meine 2. Suahelistunde), die wir schon können, solchen Kindern zu zeigen, dass von uns kein Geld zu holen ist, höchstens ein Stück Brot oder Obst, damit sie sich kein Kleber oder anderes Zeug zum Schnüffeln kaufen.
Heute kam ich von der Arbeit zurück und ihr glaubt nicht was wir tolles festgestellt haben: Wir haben plötzlich fließend Wasser!!! Hab natürlich sofort meine erste richtige Dusche (schön romantisch bei Kerzenlicht, weil der Strom noch nicht überall funktioniert…) nach circa 2 Wochen genommen. Absolut erlösendes Gefühl!!! Naja, nach 2 Minuten komplett einshampooniert (jaja wie im Film…) kackt natürlich das Wasser ab und sitzen jetzt wieder auf dem Trockenen. Aber „This is Africa!“ – Auch ein Satz den ich am Tag circa 10x höre. Weil hier läuft echt einiges einfach anders ab. Der Weltbankkerl kommt 1,5 Stunden zu spät; der Klempner kommt 4 Tage zu spät und macht dann nichts (Ausrede: „Ihr habt ja kein Wasser im Haus, da kann ich nichts machen“ Achwas, wieso haben wir dich wohl gerufen!!); man fährt zu 25igst in nem Matatu (Minibus für ca 9 Leute) irgendwo zwischen Uganda und Bungoma und dann platzt der Reifen, der Wagenheber passt aber nicht zum Auto, deshalb werden Steine, Holz und andere Reifen als Wagenheber benutzt, was natürlich nicht funktioniert; am nächsten Tag platzt wieder n Reifen von dem Jeep, in dem ich mitfahr;heute fliegt die Schiebetür von meinem Matatu davon…“This is Africa!“
Also Leute ich bin dann mal wieder raus; bin k.o. von der Woche und will pennen, denn Morgen hab ich frei genommen und will früh raus- die Nachbarstadt besuchen.
Ich hoff euch geht’s allen gut! Tutaonana!
P.S.: Das nächste Mal erzähl ich von meiner Arbeit, den hammersüßen Kindern und von den 9 Mäusen, die ich in den letzten 3 Tagen getötet hab…

1 Kommentar:

  1. holy macaroni!!! kann mal wieder nich glauben was ich da les. ich liebs wie du schreibst mein süßer fratz! i love, miss and envy you my friend! greetings from home,
    bernd

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