Dieser Gedanke ist mir letzten Freitag plötzlich durch den Kopf geschossen, als wir auf dem Heimweg von unsrem fetten 3-Tage-Urlaub am Victoria-See waren: Wir saßen mal wieder 3 Stunden gequetscht in nem Matatu, ich hatte übertriebenes Kopfweh und Gliederschmerzen am Start und war todmüde , da ich mal wieder Malaria bekommen hatte. Der Fahrer fuhr mit Höchstgeschwindigkeit Richtung Bungoma und störte sich nicht dran, dass die komplette „Straße“ ein einziges Trümmerfeld war und ich mir fast bei jedem Schlagloch den Kopf an der Decke angeschlagen hab und wir natürlich nach ner halben Stunde n kaputten Reifen hatten; das Fenster vom Auto war auch kaputt und ging bei jedem Schlagloch wieder auf. Der Kondakta (der Kerl der Kunden ins Auto zerrt) war auch ständig am rumschreien und erfreute sich die Schiebetür eine Million Mal auf und zu zu schlagen; ich merkte, dass mein Handy schon wieder geklaut oder einfach nur weg war. Endlich in unsrem beschissenen Haus angekommen, lag da auch schon wieder ne maßlose Wasserrechnung vom 1. Monat für uns bereit, obwohl wir ja 2 Wochen kein Wasser hatten…I hate Africa
Generell gibt’s hier echt einige Sachen, die mich ziemlich ankotzen : Sei es die schon angesprochene Arbeitsmoral von Polizei, Politikern oder Handwerkern; dann die alles beherrschenden Made-In-China Produkte, weshalb sich unser Geschirr, Steckdosen und unser Haus nach wenigen Tagen schon auflösen; dann, dass die meisten Leute hier ihren Müll einfach vergraben, weshalb der Boden über die Jahre zu ner einzigen Müllgrube wurde und auf dem natürlich nichts wirklich wachsen kann außer vielleicht Krankheiten; dass jeder mindestens 1 Handy besitzt und dafür Unmengen Geld ausgibt, aber Grundbedürfnisse wie Wasser und Nahrung nicht für jeden garantiert sind. Ich könnt noch endlos weiter aufzählen, was die Entwicklung hier behindert; einer der Hauptgründe dafür und weshalb ich mich auch ziemlich aufreg, ist aber die Tatsache, dass man das Gefühl hat, dass viele Leute hier irgendwie auch gar nichts ändern wollen.
Ziemlich nervig ist auch, dass die meisten hier immer noch ziemliche Rassisten sind und uns Weiße einfach viel zu gut und bevorzugt behandeln. Man wird mit „Sir“ begrüßt, in der 3-Stunden-Schlange vorgelassen, darf zu Nicht-Besuchs-Zeiten ins Krankenhaus, bekommt den besten Platz im Matatu zugewiesen etc.. Man weiß außerdem nie so genau, ob die Gastfreundschaft und die Freundlichkeit, die einem entgegengebracht wird, echt oder gespielt ist, denn fast in jedem Gespräch kommt irgendwann die Bitte nach Geld. Oder ganz klassisch im besten Oxford-English: „How is you?-Give me money“ oder „How are yous?-I want to marry your sister”
Trotz allem find ich`s hier immer noch verdammt cool und es war auf jeden Fall die richtige Entscheidung das Jahr hier zu wagen. Im Heim ist es ziemlich witzig, denn es gibt immer irgendwas zu tun (und dennoch jede Menge Zeit um zu entspannen), wie z.B. Kindern, die nicht zur Schule gehen, Lesen beibringen, ne Müllverbrennungsanlage bauen oder einfach nur mit den Kleinen zu spielen. Jetzt freuen wir uns erstmal darauf nächsten
Donnerstag in unser neues Haus umziehen zu können und wir endlich aus der Assi-Gegend hier raus sind, denn mittlerweile haben wir erfahren, dass sie die gefährlichste von ganz Bungoma ist. Ich hoff, dass ich dann endlich n Bett besitzen werde und ich nicht mehr mit ner Matratze aufm Boden pennen muss. Und Möbel wären auch mal ne feine Sache.
Meine neue Nummer ist: +254732606740 , wär nice wenn ihr mir eure irgendwie geben könnt. Bulayi! I really do like Africa!
P.S.: Meine Haare sind auf 1cm abrasiert.
Sonntag, 25. Oktober 2009
Mittwoch, 7. Oktober 2009
Chicken and Chicks……......................week 5
Erstmal pole, dass ich mich erst so spät wieder melde. Aber hatte weder die Zeit noch (ehrlich gesagt) Lust mich hinzusetzen und irgendwas zu schreiben. Will euch außerdem auch nicht mit Gelaber bombadiern. Also keine Panik wenn ich mal ne Woche nichts schreib- mir wirds schon gut gehen.
Wie der Titel schon sagt geht’s heute um Essen und Frauen: Ich war heute im 3. größten Restaurant der Stadt und hab Fisch mit Reis und Saft bestellt. Wie üblich ist die Speisekarte für den Arsch und ich musste mich mit fettigem Beef mit fettigen Pfannenkuchen und Cola begnügen. Einerseits hab mich noch nie so gesund ernährt (frische Ananas, Bananen, Orangen, Papaya, Avocato oder selbstgekochte Tomaten mit Kraut, Karotten und Zwiebeln) andererseits dennoch so einseitig: Denn wenn man unterwegs ist und grad nicht zuhause kochen kann, besteht die Auswahl (die Speisekarte lügt immer!!!) eigentlich immer aus zu weichen Pommes (außer bei unsrem Stammkoch, dem wir deutsche Pommes beigebracht haben), Ugali (so Maismehlfladen/Brei) und Huhn. Und natürlich Coca-Cola, wovon ich hier pro Tag ca. 1,5 Liter - es gibt echt nichts anderes außer teurem Wasser! - trink. Deutsches Essen wie Pizza, Döner, Steaks und Süßigkeiten vermiss ich hier echt am Meisten. Auch wenn ne handvoll Termiten auch mal nicht schlecht sind...
Auch wenn dieser Blog den Verwandten zuliebe jugendfrei bleibt, komme ich nun auf das andere heiße Thema zu sprechen: Wusstet ihr dass 99,9% der afrikanischen Frauen hier entweder Perücken oder Ultrakurzhaarfrisuren tragen? Ich lüg echt nicht: jede Frau hier hat spätestens alle 10 Tage ne komplett andere Frisur und die Perücken sehn meistens so scheiße aus. Naja wenn man dann aber in der Disco ist, sieht die Welt schon ganz anders aus: Es ist unglaublich was Afrikanerinnen mit ihren Ärschen hier beim Tanzen alles anstellen können! Und indirekte Heiratsanträge „Ich will n Ehemann, der in Europa wohnt- kaufst du mir n Bier?“ gehören zur Tagesordnung. Wobei man echt vorsichtig sein muss, denn der Übergang vom normalen Mädchen zu Prostituierten ist hier fließend. Spricht man aber Einwohner von Bungoma darauf an, verstehen sie den Widerspruch von geduldetem Ehebrechen (laut einer Statistik, die gestern in den Nachrichten kam, gehen 99% der Kenianer fremd) und den Geboten der Bibel, die hier das Ein und Alles ist, nicht. Aber Kirche ist sowieso ein anderes Thema, das n eigenen Blogeintrag benötigt, denn nichts ist hier wichtiger und dennoch teilweise so widersprüchlich und absurd.
Also Leute ich bin dann mal Bananen mit Kabapulver essen- der einzige Weg wie man den Süßigkeitenmangel umgehen kann; gerade jetzt, da die kack Einbrecher mein ganzen Vorrat, den ich von meiner Tante geschenkt bekommen habe, geklaut haben. Kwaheri!
Wie der Titel schon sagt geht’s heute um Essen und Frauen: Ich war heute im 3. größten Restaurant der Stadt und hab Fisch mit Reis und Saft bestellt. Wie üblich ist die Speisekarte für den Arsch und ich musste mich mit fettigem Beef mit fettigen Pfannenkuchen und Cola begnügen. Einerseits hab mich noch nie so gesund ernährt (frische Ananas, Bananen, Orangen, Papaya, Avocato oder selbstgekochte Tomaten mit Kraut, Karotten und Zwiebeln) andererseits dennoch so einseitig: Denn wenn man unterwegs ist und grad nicht zuhause kochen kann, besteht die Auswahl (die Speisekarte lügt immer!!!) eigentlich immer aus zu weichen Pommes (außer bei unsrem Stammkoch, dem wir deutsche Pommes beigebracht haben), Ugali (so Maismehlfladen/Brei) und Huhn. Und natürlich Coca-Cola, wovon ich hier pro Tag ca. 1,5 Liter - es gibt echt nichts anderes außer teurem Wasser! - trink. Deutsches Essen wie Pizza, Döner, Steaks und Süßigkeiten vermiss ich hier echt am Meisten. Auch wenn ne handvoll Termiten auch mal nicht schlecht sind...
Auch wenn dieser Blog den Verwandten zuliebe jugendfrei bleibt, komme ich nun auf das andere heiße Thema zu sprechen: Wusstet ihr dass 99,9% der afrikanischen Frauen hier entweder Perücken oder Ultrakurzhaarfrisuren tragen? Ich lüg echt nicht: jede Frau hier hat spätestens alle 10 Tage ne komplett andere Frisur und die Perücken sehn meistens so scheiße aus. Naja wenn man dann aber in der Disco ist, sieht die Welt schon ganz anders aus: Es ist unglaublich was Afrikanerinnen mit ihren Ärschen hier beim Tanzen alles anstellen können! Und indirekte Heiratsanträge „Ich will n Ehemann, der in Europa wohnt- kaufst du mir n Bier?“ gehören zur Tagesordnung. Wobei man echt vorsichtig sein muss, denn der Übergang vom normalen Mädchen zu Prostituierten ist hier fließend. Spricht man aber Einwohner von Bungoma darauf an, verstehen sie den Widerspruch von geduldetem Ehebrechen (laut einer Statistik, die gestern in den Nachrichten kam, gehen 99% der Kenianer fremd) und den Geboten der Bibel, die hier das Ein und Alles ist, nicht. Aber Kirche ist sowieso ein anderes Thema, das n eigenen Blogeintrag benötigt, denn nichts ist hier wichtiger und dennoch teilweise so widersprüchlich und absurd.
Also Leute ich bin dann mal Bananen mit Kabapulver essen- der einzige Weg wie man den Süßigkeitenmangel umgehen kann; gerade jetzt, da die kack Einbrecher mein ganzen Vorrat, den ich von meiner Tante geschenkt bekommen habe, geklaut haben. Kwaheri!
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