Sonntag, 24. Januar 2010

Jackass!

Ich bin auf nem kack Esel geritten!
Musste einfach raus, konnte es nicht länger verschweigen...

Mittwoch, 20. Januar 2010

The miracle of Christmas

So, nachdem ich meine leckeren Kochbananen mit Fleisch und Zwiebeln runter hab, könnte ich doch eigentlich mal wieder was von mir geben.
Ist zwar schon ne Weile her, aber n Kommentar zu meinem ersten Weihnachten und Silvester außerhalb von Deutschland wäre schon angebracht. Also Weihnachten, besser gesagt Heiligabend war nicht so der Hit. Naja bei 2 Zivis in Boxershorts, die zusammen nach der Arbeit in ihrer Wohnung chillen und erstmal alles putzen müssen, weil sie nach paar Tagen endlich wieder Wasser haben, dann kochen müssen und danach den Abend Wein und Whiskey trinkend aufm Sofa verbringen, kann man auch nicht viel erwarten. Da hier Weihnachten erst am 25. anfängt warn dann zumindest die beiden folgenden Weihnachtstage im Kinderheim ziemlich schön. Die Kinder hatten einen Riesenspaß an unsrem Weihnachtsast, der komplett mit Luftballons und nervtötenden JingleBells-Musik-Lichterketten zugekleistert war.
Mein anschließender (bitternötiger) Silvesterurlaub war dann jedoch überragend. Ich bin zuammen mit anderen Freiwilligen aus Uganda, Kenia und Tansania die Küste hoch und runtergepilgert und hab eigentlich die meiste Zeit am Strand verbracht. Wie auch an Silvester. Wobei der Jahreswechsel mein persönlicher Tiefpunkt hier in Kenia war: Man steht um 24.00 an nem Traumstrand und trotzdem ist irgendwie alles scheisse, weil man einfach nicht mit seinen richtigen Freunden aufs neue Jahr anstoßen kann. Naja dann haben wir uns in nen Bonzenhotel eingeschlichen und den Hotelpool bis morgens besetzt und es wurde echt noch zu nem coolen Abend.

Hm jetzt hätte ich ja fast das in der Überschrift angekündigte Weihnachtswunder vergessen.
Unter den vielen Besuchern, die an Weihnachten zu ins in Heim kamen, war auch ein Pfarrer mit seiner Gefolgschaft. Alle Kinder mit irgendwelchen Behinderungen oder die an Aids leiden mussten sich im Kreis aufstellen (nein, so wird niemand ausgegrenzt…) und nachdem ein bisschen klassisch der Teufel ausgetrieben wurde und ziemlich laut rumgeschrien wurde, konnte unser taubstummes Mädchen doch tatsächlich wieder hören und sprechen!!!
Naja sie kann immer noch nicht hören und sprechen, aber komischerweise glauben es alle im Heim (eine Hausmutter hat sogar das Weinen angefangen) und sie wurde dann den ganzen Tag von allen belästigt. Und das nur weil der „Pfarrer“ ihr am Ohr gezogen hat, sie am Kopf gepackt hat und sie angeschrien hat sie solle doch mal „Eins“ und „Jesus“ sagen. Ich verstehe zwar nicht wie der Gute aus ihrem üblichen Gemurmel, das sie von sich gibt, wenn sie nicht versteht was gerade abgeht (z.B. wenn sie von 40 Leuten angestarrt wird und von nem Kerl, den sie nicht kennt, am Kopf gepackt wird), „Jesus“ raushören konnte, aber vielleicht bin ich einfach nicht offen genug, um mich von so jemandem verarschen, äh ich meine, überzeugen zu lassen. Naja auf jeden Fall hat er einige neue Mitglieder für seine Kirche auf diese Weise gefunden.
Das soll jetzt nicht als Kritik an Kirche und Glauben generell gewertet werden, denn Religion spendet den Menschen (gerade hier) extrem viel Hoffnung und die Möglichkeit über ihre Armut und Probleme hinwegzusehen und ein glückliches und erfülltes Leben zu führen. Dennoch muss ich echt loswerden, dass ich mit vielen Praktiken, wie Religion hier ausgeübt wird, einfach überhaupt nicht klar komme und die einfach nur widersprüchlich erscheinen.
So werden Spenden und Geldsammlungen in den meisten Kirchen öffentlich („Wer spendet 1.000Schilling?“) mit Handzeichen eingetrieben und man bekommt einen besseren Sitzplatz und erhält einen größeren Segen, wenn man mehr als andere spendet (da habe ich doch in Markus 12,41 was anderes gelesen). Dann natürlich die TV-Shows mit lustigen Teufelsaustreibungen zum Frühstück. Dann die Verachtung von Homosexuellen und anderen Religionen (Irgendwo stand in der Bibel doch was von Nächstenliebe). Sowieso wird generell einfach alles Gute mit Gott erklärt, das Schlechte übersehn (Es meinte doch tatsächlich jemand, dass es Gottes Wille war, dass ich damals ins Krankenhaus musste, damit mein Laptop nicht geklaut wird- Einbrecher, Malaria und Typhus wurden halt glatt übersehn). Am Meisten regt mich jedoch diese unglaubliche Heuchelei auf: Wie schon mal in nem alten Blogeintrag erwähnt, gehen ca. alle ihrem Ehepartner fremd (du sollst nicht Ehebrechen?), gehen dann aber jeden Freitagabend von 6pm bis Samstag 6am, sowie Sonntag und manchmal noch unter der Woche brav christlich in die Kirche.
In Bungoma gibt es schätzungsweise 200 verschiedene Kirchen und ich frage mich, ob außer uns niemand erkennt, dass komischerweise immer Pfarrer, die Reichsten überhaupt sind und die Einzigen sind, die sich ein Auto leisten können („Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in den Himmel kommt“), aber naja die Menschen scheinen damit glücklich zu sein.

In diesem Sinne, bis zum nächten Mal!!